Nicht Gier ist das Problem

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kommunizierte als Ursache der VW-Krise die Gier der Menschen. Auch die Bankenkrisen wurden auf die Gier der Menschen zurückgeführt. Wir sehen das anders: Denn tatsächlich ist  die Gier nicht das Problem, sondern ein Symptom. Gier ist der Ver­such, das eigentliche Problem zu kompensieren, zu vermeiden, zu bekämpfen. Dieses Beispiel bringt sehr deutlich den Kern unserer Arbeit zum Ausdruck; denn entgegen der herkömmlichen Reaktion, nämlich Symptome zu verhindern bzw. zu beseitigen, finden wir die wahren Ursachen im Kern und bieten umsetzbare Lösungen.

Hier ein einfaches abstraktes Beispiel:

Wenn die Gier ein Vermeidungsmuster ist, kann man das mit ‚Weglaufen‘ vergleichen, wenn jemand Angst vor Hunden hat. Es ist also eine Verhin­derungsstrategie meist einer nicht bekannten, also unbewussten Angst. Der ‚Wegläufer‘ hat den Vorteil, dass er weiß, dass er Angst vor Hunden hat. Während die Ursachen der großen Prob­leme unserer Gesellschaft und Wirtschaft auf unbewusster Ebene existieren und der ‚Verdränger‘ sich gar nicht bewusst ist, dass er verdrängt.

Wenn man nun hergeht und den Versuch unternimmt, die Gier ‚zu bekämpfen‘, also das ‚Weglaufen‘ zu verhindern, löst es nicht das Problem. Es ist, wie wenn man dem Alkoholkranken den Alkohol wegnimmt oder ihm das Trinken verbietet. Man erreicht meist das Gegenteil, es schafft neue Probleme.

So verschlimmert die Gier die Symptome, denn es ist ein Fass ohne Boden, zudem wirkt es ansteckend auf alle, die dasselbe Thema in sich tragen und geht zudem immer auf Kosten anderer oder der Umwelt. Die Eskalation der Gier endet in der Ausbeutung.

Gier entsteht aus der Angst, zu kurz zu kommen, zu wenig abzubekommen oder aus Angst, von dem was man unbedingt möchte oder braucht, gibt es zu wenig. Ebenso wenig ist die fast schon in Vergessenheit geratene Bankenkrise oder die Finanzkrise der Staaten auf Gier zurückzuführen.

Bei Volkswagen handelt es sich um eine andere, tief sitzende unbewusste Ursache. Wir haben die Situation nach Bekanntwerden im Institut hinsichtlich Ursache, Wirkung und Lösung simuliert. Das Ergebnis hat sogar uns überrascht. Denn nach Erkennen der wahren Ursache war in einer Fallstudie, natürlich mit den entsprechenden Maßnahmen, das augenblickliche Ende der Krise abzusehen. Zudem ergaben sich Möglichkeiten, die einen sofortigen Imagegewinn und Kunden­zuwachs (statt Verlust) für den Konzern mit sich bringen würden.

Es ist uns bewusst, dass es vermutlich unglaublich, vielleicht sogar völlig abwegig und anmutend klingt, aber wir haben die alternative Lösung! Und viele Leser dieser Zeilen werden an dieser Stelle ebenso mit ‚Vermeidung‘ reagieren wie die Verant­wortlichen im VW-Konzern.

Henry Ford soll einmal gesagt haben: „Ich prüfe jedes Angebot, es könnte das Geschäft meines Lebens sein!

Der Krisenstab von Volkswagen hat kein Interesse an der Überprüfung unseres Konzeptes. Die Ereignisse der letzten Wochen zeigen einerseits, dass nicht die Gier der Grund für die Krise bei VW war und andererseits, dass die Verantwortlichen in altbewährter Manier mit der Verhinderung der Symptome beschäftigt sind.

Wenn die Verantwortlichen nicht endlich richtig handeln, ist der Beginn der Krise unter Umständen auch der Anfang vom unabwendbaren Ende.

Über die tatsächliche Ursache und das Lösungskonzept sprechen wir in der Veranstaltung ‚Dialog für Unternehmer & Manager‘.